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Ein Gemeinschaftsprojekt
In den 1950er und 1960er Jahren herrschte in der Bundesrepublik Deutschland ein heute unvorstellbarer Arbeitskräftemangel. Das einheimische Arbeitskräfteangebot war fast erschöpft. Für die Bundesregierung, die Bundesanstalt für Arbeit, die Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände schien eine starke Ausländerbeschäftigung als eine geeignete Lösung.
Der erste Anwerbevertrag wurde 1955 mit Italien unterzeichnet. Auf die 1960 mit Spanien und Griechenland abgeschlossenen Anwerbevereinbarungen folgte das entsprechende Abkommen am 30. Oktober 1961 mit der Türkei.
Im Herbst 2011 werden wir auf 50 Jahre Migration aus der Türkei zurückblicken. Rückwirkend am 1. September 1961 trat das deutsch-türkische Anwerbeabkommen in Kraft, mit dem türkische Arbeitskräfte als „Gastarbeiter“ in die Bundesrepublik geholt wurden.
In Deutschland und in der Türkei bereiten sich zahlreiche Organisationen auf dieses Jubiläum vor. Einen besonderen Stellenwert wird das wissenschaftliche und kulturelle Programm einnehmen, das von vier Migranten-Organisationen in enger Zusammenarbeit gestaltet wird. Diese vier Organisationen, das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD), das Kulturforum Türkei-Deutschland, die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) und das Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung Essen (ZfTI) haben in den letzten Jahrzehnten durch unzählige Projekte ihren Platz in der deutschen Zivilgesellschaft eingenommen.
Die Projekte zum Jubiläumsjahr wurden bei gemeinsamen Treffen in Berlin und Köln beschlossen. Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland Kenan Kolat betonte, welche Bedeutung diesen Organisationen als Repräsentanten von Migrationsgeschichte zukomme. Der wissenschaftliche Direktor des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung Prof. Dr. Haci Halil Uslucan erläuterte die geplanten Aktivitäten, die wissenschaftliche Symposien, Ausstellungen, verschiedene Kulturveranstaltungen und Wettbewerbe umfassen werden. Der Geschäftsführer von DOMiD Aytac Eryilmaz und der Sprecher des Kulturforums Osman Okkan betonten die große Bedeutung der Zusammenarbeit, in der die demokratische Vielfalt der Migrationsgeschichte widergespiegelt werde.








